Erste Schritte mit integriertem Risikomanagement

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Leistungsstarke Unternehmen können unter anderem aufgrund der Qualität ihres Risikomanagements bessere Geschäftsentscheidungen treffen. Konfrontiert mit Risiken, die von operativen Risiken über Third-Party-Risks bis hin zu finanziellen, cybersicherheitsrelevanten oder vielen anderen Risiken reichen, verfolgen diese Unternehmen einen integrierten Ansatz.

Bei einem Integrierten Risikomanagement (IRM)— d.h. einer strategischen und kollaborativen Methode des Managements von Risiken im gesamten Unternehmen — arbeitet das gesamte Risikomanagementteam auf einer zentralisierten Plattform zusammen, über die es risikorelevante Daten gemeinsam nutzen und visualisieren, die Compliance gewährleisten sowie die Strategie und Fortschritte bei deren Umsetzung an die Geschäftsleitung kommunizieren kann.

Mit einem besseren Einblick in die Risiken, mit denen sie konfrontiert sind, wissen diese Top-Performer, was sie zuerst in Angriff nehmen müssen und wie sich verschiedene Szenarien voraussichtlich entwickeln werden - z. B. die Eröffnung eines neuen Standorts oder die Beauftragung eines neuen Lieferanten. Da sie alle Variablen kennen und schnell handeln können, können diese Unternehmen Risiken vermeiden, die dem Unternehmen schaden, und sind gleichzeitig der Konkurrenz einen Schritt voraus.

Viele Unternehmen tun sich jedoch schwer damit, ihre Governance-, Risiko- und Compliance-Funktionen (GRC) vollständig zu integrieren, und verlassen sich immer noch auf ein Netzwerk verschiedener Zulieferer und Technologieanbieter. Einer Umfrage des Trakia Journal of Sciences zufolge erachten 80 % der Unternehmen die Integration des Risikomanagements in das gesamte Unternehmen für sinnvoll und notwendig, jedoch hat der Großteil von ihnen noch nicht die entsprechenden Initiativen ergriffen. Erst 15 % der befragten Unternehmen haben das Risikomanagement in alle ihre Geschäftsprozesse integriert.

Im Folgenden gehen wir auf einige einfache Schritte ein, die Sie ergreifen können, um von einem Risikoansatz mit isolierten Einzelmaßnahmen auf eine ganzheitliche IRM-Lösung umzusteigen.

1. Bewertung des Ist-Zustands

Prüfen Sie alle Technologien, die Sie aktuell für Ihre GRC-Funktionen einsetzen. Um zu erkennen, was Ihrem Unternehmen einen echten Mehrwert bietet, sollten Sie sich fragen, welche Tools in Ihrem Tech-Stack vollständig integriert und miteinander verknüpft sind, wer sie verwendet, wie oft sie genutzt werden und ob sie irgendwelche Funktionen duplizieren.

2. Feedback zu den Grenzen Ihrer Technologie einholen

Sprechen Sie mit den Mitgliedern Ihrer Risikomanagement-Teams, um herauszufinden, was ihnen bei den derzeit verfügbaren Lösungen Probleme bereitet - sei es das Sammeln von Daten, die Automatisierung von Arbeitsabläufen oder die Erstellung von Analyseberichten.

3. Sicherung der Unterstützung durch die Geschäftsleitung

Sobald Sie sich über Ihre Defizite im Klaren sind, sollten Sie ein Roundtable-Gespräch mit der Geschäftsleitung organisieren, um diese für die Investition in eine integrierte Lösung zu gewinnen. Wenn Sie deutlich machen, wie IRM Ihr Unternehmen wettbewerbsfähiger machen kann, werden Sie die Geschäftsleitung von seinem Wert überzeugen können. Eine Umstellung auf IRM bedeutet, dass Sie die Rolle des Risikomanagements von einer ausschließlich auf die Einhaltung von Vorschriften ausgerichteten Organisation zu einem echten strategischen Partner für den Rest des Unternehmens machen können.

4. Bewertung der IRM-Lösungen

Sobald Sie wissen, in welchen Bereichen Ihre derzeitigen Lösungen unzureichend sind, ist es an der Zeit, eine IRM-Plattform zu finden, die diese Lücken schließt und Ihr Team dabei unterstützt, seine Aufgaben effizienter und strategischer zu erfüllen. Wenn Sie also eine Lösung finden wollen, die diese Anforderungen erfüllt, sollten Sie darauf achten, dass sie den folgenden Punkten gerecht wird:

  • Sie sollte automatisierte End-to-End-Workflows verwenden, um die GRC-Anforderungen Ihres Unternehmens zu erfüllen, und diese Workflows unmittelbar durchführen
  • Sie sollte dank einer fortschrittlichen Datenanalyse zeitnah Antworten auf Ihre Fragen bieten
  • Sie sollte Ihre Daten- und Workflow-Automatisierung an einem zentralen Ort verwalten
  • Sie sollte Daten aus verschiedenen Datenquellen integrieren, damit Sie sich ein umfassendes Bild Ihrer GRC-Landschaft machen können
  • Sie sollte Ihre Daten in Visualisierungs-Storyboards und Berichten anzeigen

5. Auswahl einer Lösung

Nach der Bewertung mehrerer Anbieter anhand von Kriterien wie Unternehmensgröße, Branche und Budget, dürften Sie über die Informationen verfügen, die Sie benötigen, um die richtige Wahl treffen zu können. Achten Sie darauf, dass die von Ihnen gewählte Lösung das passende Support-Level bietet, um Sie bei der Integration aller Ihrer Systeme zu unterstützen.

6. Bestandsaufnahme aller relevanter Risiken

Da Sie nunmehr an einem zentralen Ort über einen umfassenden Überblick über alle Ihre Risiken verfügen, können Sie von den Managern in den einzelnen Geschäftsbereichen Feedback einholen, um unternehmensweit genau die richtigen Risiken überwachen zu können. Ihre IRM-Lösung wird wahrscheinlich ein Framework allgemeiner Risiken Ihrer Branche beinhalten, aber es ist wichtig, auch stärker benutzerdefinierte Risikofaktoren zu berücksichtigen. Auf dieser Grundlage können Sie dann die Risiken je nach Wichtigkeitsgrad priorisieren.

7. Identifizierung Ihrer Stakeholder - Aufstellung von Aktionsplänen

Für jeden einzelnen Risikofaktor sollten Sie eine konkrete Person benennen, die für die Überwachung dieses Risikos sowie für die Umsetzung eines Plans zur Minderung des Risikos verantwortlich ist, sobald die Werte eine bestimmte Höhe erreichen. Lassen Sie jeden Stakeholder angemessene Risikogrenzen festlegen und für den Fall eines erhöhten Risikos einen schrittweise umzusetzenden Aktionsplan erstellen.

8. Einrichtung von branchenspezifischen Compliance-Workflows

Ihre IRM-Lösung sollte mit vorkonfigurierten Compliance-Checklisten verbunden sein, die auf den branchenspezifischen Probleme und Bedarfsanforderungen basieren. Richten Sie Compliance-Workflows ein, die für Ihr Unternehmen sinnvoll sind.

9. Schulung und Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter

Nur weil Sie sich für eine Lösung entschieden haben, heißt das noch lange nicht, dass Ihre Mitarbeiter sie bestmöglich nutzen. Folglich müssen Sie während der Einführungsphase Schulungsmaßnahmen hohe Priorität beimessen. Sie sollten Schulungen für die gesamte Risikomanagementfunktion sowie für kleinere Gruppen organisieren, aber auch für bestimmte Mitarbeiter Einzelschulungen vorsehen, damit diese ihre persönliche Verantwortung im Umgang mit dem neuen System nachvollziehen können. Alle Beteiligten sollten sich an die neue Plattform gewöhnen, bevor Sie Ihre anderen Tools vollständig abschaffen.

Die Umstellung von einem Netzwerk aus mehreren isolierten Systemen und Anlagen auf ein integriertes Risikomanagementsystem ist nicht ganz unproblematisch. Dennoch lohnt sich die dafür erforderliche Kleinarbeit auf jeden Fall.

Mit der Umstellung auf eine IRM-Lösung erhalten Sie einen umfassenden Einblick in die Risikofaktoren Ihres Unternehmens und können Ihre Compliance-Initiativen rationalisieren. Dies wiederum gibt Ihren Mitarbeiter die Zeit und den Überblick, um sich auf strategische Geschäftspläne konzentrieren zu können, die Ihr Unternehmen voranbringen.

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  • Wie lässt sich mit IRM ein Wettbewerbsvorteil erzielen
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